Vegetarischer Salat

Ich habe immer gerne Fleisch gegessen. Wie die Butter auf dem Brot war Fleisch für mich immer ein ganz normaler Teil der Ernährung. Allerdings waren mir Massentierhaltung und der massive Einsatz von Antibiotika in der Fleischindustrie schon länger ein Dorn im Auge. Wieso ich Mitte 2016 schließlich Vegetarier geworden bin, erfährst du hier.

Ich würde ja gerne Fleisch essen

Nicht nur einmal bin ich in den vergangenen zwei Jahren im Bett gelegen und habe an einen saftigen Schweinsbraten, ein gut gemachtes Steak oder einfach nur eine Scheibe Wurst gedacht. Besonders wenn man verkatert ist (was natürlich so gut wie nie vorkommt), hat man ein geradezu unbändiges Verlangen danach sich etwas mit Fleisch reinzuschieben. Keine Ahnung wieso gerade Alkohol diese Wirkung hat.

Der Grund dafür das ich Vegetarier bin ist also keineswegs, dass ich Fleisch nicht mag oder es gar ekelhaft finde. Im Gegenteil, gerne würde ich wieder ein Steakhouse besuchen und mir für 50 € das beste Steak rauslassen. Genau das habe ich übrigens bis zu meinem Bruch mit dem Fleischkonsum gemacht. Vielleicht fange ich bei diesem Bruch an, in der Mitte des Jahres 2016.

Schon damals war ich nicht sehr begeistert von Massentierhaltung und dem übertriebenen Einsatz von Antibiotika, insbesondere in Deutschland. Ich habe also darauf geachtet eher hochpreisiges Fleisch zu kaufen, teilweise sogar vom Biometzger. Hier zahlt man zwar 80 € für ein Kilo Fleisch, hat danach aber zumindest das gute Gewissen “etwas Gutes” getan zu haben. Natürlich hat das nicht immer hingehauen. Die in Bayern obligatorische Leberkassemmel vom Pausenverkauf in der Schule hatte, wie ich befürchte, wohl kein Biosiegel.

Der Film, der für mich alles geändert hat

Auf die Empfehlung einer Freundin, habe ich mir damals einen Film namens Cowspiracy angesehen. Ein in Deutschland und wahrscheinlich auch sonst in Europa relativ unbekannter, aber sehr guter Dokumentarfilm über Umweltschutzverbände und deren Verquickung mit der Fleischindustrie.

Ausgangspunkt des Filmes ist eine Studie des WWI  (World Watch Institute) wonach ca. 50 % der weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Nutztierhaltung zurückzuführen seien. Das erschreckende daran: die bisherige Berechnung von der FAO (Foods and Agriculture Organization der Vereinten Nationen) lag ohnehin schon bei 18 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Dieser riesige Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen übersteigt sogar den des globalen Verkehrs – und zwar bei Weitem. Autos, Züge, Flugzeuge, Schiffe und jegliches sonstiges Fortbewegungsmittel werden, je nach Berechnung für ca. 13 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich gemacht.

Für mich war das ein Wert, der mich vollkommen aus der Fassung gebracht hat. Man hört ja normalerweise immer nur davon dass Flugzeugfliegen und Autofahren so furchtbar für die Umwelt ist, dass Kühe jedoch sehr viel schädlicher sind, hätte ich niemals gedacht. Die Ursache hierfür ist im übrigen zum Großteil das Methan, welches die Kühe beim Wiederkäuen produzieren. Übrigens kommt das nicht aus dem Hintern der Kühe wie die meisten denken, sondern wird durch den Mund aufgestoßen.

Der Regisseur kam zu dem Schluss dass es so etwas wie einen nachhaltigen Fleischkonsum nicht gibt, da ja auch Biorinder Methan produzieren und ebenfalls Unmengen an Wasser und Getreide verzehren. Nachdem ich mich noch weiter zu dem Thema schlau gemacht hatte, war auch ich so weit für mich auszuschließen jemals wieder Fleisch zu essen. Zumindest so lange es einen derart schädlichen Einfluss auf die Umwelt hat.

Hier ist übrigens eine super Zusammenfassung der ganzen Fakten aus dem Film: Infografik und Quellen

Wer Fleisch isst ist für mich nicht böse oder so

Ob und wie viel Fleisch man isst, bleibt jedem selber überlassen. Ich finde man sollte jeden mehr darüber aufklären welche katastrophalen Folgen das auf die Umwelt hat, sollte es aber niemandem verbieten oder so einen Quatsch. Besonders für Kinder ist Fleisch wichtig, da sie verschiedene Stoffe aus dem Fleisch für ihre körperliche und geistige Entwicklung benötigen.

BITTE! Ernährt euer Kind nicht ohne Rücksprache mit Ärzten vegetarisch. Das ist echt eine gefährliche Sache, wenn man sich nicht informiert. 

Jedoch sollte meiner Meinung nach Fleisch sehr viel höher besteuert werden und außerdem sollten die Subventionen für Großbetriebe gestrichen werden. Es kann nicht sein dass derjenige am besten verdient, der sich am wenigsten um das Tierwohl schert und gleichzeitig die meisten Treibhausgase produziert. Von der Nitratbelastung deutscher Böden ganz zu schweigen.

Es muss endlich eine Trendwende stattfinden in Richtung weniger Fleisch und mehr nachhaltigerer Lebensmittel. Das würde nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch die Qualität von Fleisch und Wurstwaren steigern und oben drauf auch noch die durchschnittliche Gesundheit verbessern.

Meine persönliche Meinung dazu ist auch, das jeder seinen Fleischkonsum zumindest überprüfen und gegebenenfalls reduzieren sollte. Dass das nicht einfach ist weiß ich selber, deshalb bin ich jetzt Vegetarier. Und hey, eine Sache ist ja auch klar: wer vegetarisch isst, hat keine Tiere auf dem Gewissen. Auch wenn ich das mit mir immer gut ausmachen konnte, sollte man diesen Punkt trotzdem beachten.