20Eigentlich sollte man meinen, im Jahr 2018 wäre Software endlich einfach, fehlerfrei und übersichtlich. Wer in den letzten Jahren mal in das zweifelhafte Vergnügen gekommen ist, einen Drucker anzuschließen weiß dass dem nicht so ist. Doch auch im Internet braucht man nicht lange, um auf Probleme zu stoßen die einen zur Weißglut treiben. Aktuelles Beispiel: WooCommerce, Shopify und Shopware. Jedes für sich, ist ein hochentwickeltes Shopsystem für Onlineshops, was aber noch lange nicht bedeutet dass sie auch vernünftig funktionieren.

Shopify – das Shopsystem für Einsteiger

Als ich angefangen habe Onlineshops aufzubauen, habe ich mit Shopify gearbeitet. Einem Shopsystem das zwar ziemlich begrenzt umbaubar und erweiterbar ist, dafür aber hohe Benutzerfreundlichkeit und Performance bietet. Schöne Benutzeroberflächen, eine atemberaubende Geschwindigkeit und viele ziemlich nützliche Plugins, haben das Arbeiten damit ziemlich angenehm gemacht.

Allerdings sind die Einstellmöglichkeiten von Shopify so begrenzt, dass man einen Onlineshop damit in Deutschland eigentlich nicht sinnvoll und rechtssicher betreiben kann, ohne permanent abgemahnt zu werden. Also haben wir nach einer deutschen Alternative gesucht und sind bei Shopware gelandet. Leider.

Shopware – das Shopsystem für Profis

Shopware ist das genaue Gegenteil von Shopify. Es handelt sich dabei um ein hochprofessionelles Shopsystem, welches beliebig hoch skaliert werden kann. Es ist schnell, bietet viele Einstellungsmöglichkeiten etc. hat aber einen entscheidenden Nachteil: jeder Mist kostet extrem viel Geld.

Im Gegensatz zu anderen Systemen, kann man hier nicht mal eben ein Plugin für nen Facebookshop installieren oder so, sondern muss für jede Kleinigkeit einen Entwickler engagieren. Und dann sind da noch die permanenten Datenbankfehler, die einen mehr beschäftigen als der eigentliche Onlinehandel. Ein weiterer Wesenszug von Shopware ist die unfassbar schlechte Benutzerfreundlichkeit.

ALLES an diesem Shopsystem, schreit gerade zu: ich bin nur für große Firmen und Entwickler. Wenn euch jemand als Kleinunternehmer oder Gründer einen Shopwareshop andrehen möchte, hört am besten sofort damit auf mit ihm zu sprechen, dreht euch um und geht, denn er will zu 99% nur euer Geld.

Okay, nachdem wir nun also Eurobeträge im fünfstelligen Bereich ausgegeben hatten und dafür einen eher mäßig funktionierenden Shop bekommen haben, bin ich bei WooCommerce angekommen.

WooCommerce – das Shopsystem für “Anfängerprofis”?

WooCommerce ist im Prinzip ein Plugin für WordPress, einer Bloggingsoftware aus den USA. WooCommerce ist einerseits schon recht weit entwickelt, wie eben Shopify, und profitiert von den vielen Plugins die für WordPress verfügbar sind, hat auf der anderen Seite aber sehr viele Möglichkeiten für Detaileinstellungen,

Aber einen Nachteil hat es eben doch: man merkt immer noch dass das System für den amerikanischen Markt gebaut ist und nicht für den deutschen. Die Lösung dafür, so dachte ich zumindest, hätte das Plugin WooCommerce Germanized von einem deutschen Entwickler sein können. Nur leider tritt hier das selbe Problem auf, wie bei allen amerikanischen Systemen: der verdammte Grundpreis für Produkte wird nicht ausgegeben. Der Grundpreis ist allerdings in Deutschland vorgeschrieben und war mit der Grund von Shopify auf Shopware zu wechseln.

Außerdem lässt die Performance im Backend mehr als wünschen übrig, teilweise wartet man hier schon mal eine halbe Minute bis spezielle Seiten geladen haben. Kein schöner Workflow.

Okay, jetzt bin ich seit 5 Stunden dabei ein einziges Vorlagenprodukt zu erstellen, welches dann auch hoffentlich irgendwann funktioniert und dafür sorgt, dass nicht der komplette Tag umsonst war. Genauso schön wie klasse Tage mit großen Umsätzen sind, so frustrierend und fast schon demütigend sind solche, wie der heutige.

Wünscht mir Glück…

 

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